Werden die Karten für Frauen neu gemischt?
Ein Workshop im Rahmen der Tagung „Fit für die Zukunft - Frauenkarrieren in Unternehmen”
Zwölf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Aktionslinie „Frauen an die Spitze” geförderte Projekte stellten sich auf einer Tagung am 18./19. November 2010 in Berlin vor. Der Workshop 5 dieser Tagung, „Strukturen und Spielregeln in modernen Unternehmen - Werden die Karten für Frauen neu gemischt?”, befasste sich mit der Frage, ob neue Entwicklungen in modernen Unternehmen die Karrierechancen für Frauen eher begünstigen oder eher verschlechtern.
Beteiligt waren die Projekte „Frauen in Karriere” (ISF München im Verbund mit dem Lehrstuhl für Soziologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg, Projektleitung: PD Dr. Andreas Boes) und „careers@communication” (Institut für Soziologie der TU Berlin, Fachgebiet Kommunikations- und Mediensoziologie, Geschlechterforschung, Projektleitung: Prof. Dr. Christiane Funken). Der arbeits- und arbeitsmarktsoziologische Zugriff des Projekts „Frauen in Karriere” und der organisations-, kommunikations- und mediensoziologische Zugriff des Projekts „careers@communication” ergänzten sich in idealer Weise und ermöglichten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit großem Synergieeffekt.
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Prof. Dr. Rainer Trinczek (FAU Nürnberg) moderierte die zweitägige Veranstaltung, die auf regen Zuspruch stieß - sowohl am ersten als auch am zweiten Tag des Workshops beteiligten sich 50 bis 60 Personen. |
Nach einleitenden Referaten von Andreas Boes (ISF München, Frauen in Karriere) und Alexander Stoll (TU Berlin, careers@communication) wurde der interaktive Teil der Werkstatt eröffnet.
Zwei Themen standen im Mittelpunkt:
Was bedeutet der Wandel von Karrierebedingungen in modernen Unternehmen für die Chancen von Frauen?
und
Wie wirken sich die neuen Spielregeln für Karrieren auf die Chancen von Frauen aus?
Präsentation zum Thema 1, Präsentation zum Thema 2
Longposter stellten zentrale, zu griffigen Thesen verdichtete Forschungsergebnisse der beiden Projekte vor: Was hat sich an Karrierebedingungen und Karrierespielregeln in modernen Unternehmen verändert?
Nach einer kurzen Diskussion waren nun die Workshopbeteiligten gefragt: Mithilfe von Klebepunkten bewerteten sie auf einer Skala von minus 2 bis plus 2, wie sich dieser Wandel ihrer Ansicht nach auf die Chancen von Frauen auswirkt.
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Nach einer Einschätzung der „Wahlergebnisse” und einer Fragerunde kam es zu intensiven und fruchtbaren Diskussionen. Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse dargestellt. |
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Karrierebedingungen in modernen Unternehmen – Chancen und Risiken für Frauen
Dieser Teil des Workshops behandelte die grundlegenden strukturellen Karrierebedingungen in modernen Unternehmen. Sechs Themenbereiche wurden vorgestellt:
- Hintergrund: Tiefgreifender Wandel in den Unternehmen. Weiter
- Globalisierung - neue Anforderungen und Verfügbarkeitserwartungen. Weiter
- „Managing Diversity” als globale Integrationsstrategie. Weiter
- Transformation von Führung und Ausdifferenzierung von Karrierepfaden. Weiter
- Projektifizierung und Virtualisierung von Organisationen. Weiter
- Kompetenzmanagement als Instrument der Personalentwicklung. Weiter
Neue Spielregeln für Karrieren – neue Chancen für Frauen?
Bei diesem Thema standen die konkreten Spielregeln für Karrieren und die Karriereorientierungen von Frauen und Männern im Mittelpunkt. Fünf Themen wurden eingehend behandelt:
- Wandel der Fachlichkeit in Richtung „kommunikativer Fachlichkeit”. Weiter
- Professionalisierung und Versachlichung der Auswahlverfahren für Karrieren. Weiter
- Verfügbarkeit als zentraler individueller Karrierefaktor. Weiter
- Neue Karrierestrategien in modernen Organisationen. Weiter
- Karrierestrategien von Frauen und Männern - empirische Ergebnisse. Weiter
Die am Workshop beteiligten Projekte
Frauen in Karriere. Chancen und Risiken für Frauen in modernen Unternehmen
Ziele: Untersuchung von Chancen und Risiken neuer Arbeits- und Managementkonzepte für die Karrieremöglichkeiten von Frauen; Gestaltung von betrieblichen Karrierewegen und individuellen Karrierestrategien von qualifizierten und hochqualifizierten Frauen und Männern
Branchen: Bankgewerbe, elektrotechnische Industrie, IKT-Wirtschaft
Methodik und aktueller Stand: Elf Fallstudien, 193 ExpertInnengespräche und Tiefeninterviews
Förderung: Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union im Themenschwerpunkt „Frauen an die Spitze” im Rahmen des Förderbereichs „Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung”
Laufzeit: 36 Monate ab 1. Dezember 2008
Forschungspartner: ISF München (PD Dr. Andreas Boes, Dr. Tobias Kämpf, Dr. Kira Marrs); Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg (Anja Bultemeier, Prof. Dr. Rainer Trinczek)
Core-Partner und Transferpartner: Bosch, Postbank, SAP, Siemens, TaunusSparkasse, Telekom, VW Financial Services; IG Metall, ver.di
careers@communication
Das Forschungsprojekt „careers@communication“ fragt danach, ob die neuen Arbeits- und Organisationsformen in der Wissensökonomie, in denen verstärkt mit technischen Medien kommuniziert wird, auch Einfluss auf Karrierechancen und -entwicklungen der Beschäftigten haben. Hierbei interessieren zwei Perspektiven:
Sind bei der Zusammenarbeit in flexibleren und möglicherweise räumlich verteilten Strukturen neue Kommunikationsstrategien gefordert, um sich und die eigenen Leistungen für eine Karriere sichtbar zu machen?
Und:
Ergeben sich Unterschiede in den kommunikativen Karrierestrategien von Frauen und Männern?
Empirisches Feld: Große Unternehmen (> 500 Beschäftigte) am Standort Deutschland
Methodik: ExpertInnen-Interviews, fokussierte Interviews mit 28 Führungskräften (Mittleres Management, Personalbereich), Online-Fragebogenerhebung unter 253 Führungskräften
Förderung: Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union
Laufzeit: 1. Februar 2008 bis 31. März 2010
Forschungsteam: Technische Universität Berlin, Institut für Soziologie, Fachgebiet Kommunikations- und Mediensoziologie, Geschlechterforschung (Prof. Dr. Christiane Funken, Alexander Stoll, Sinje Hörlin)



